| Montag, 06. Oktober 2008 |
Gesundheitspolitik
Reform der Pflegeversicherung – es ist die erste größere Reform nach 13 Jahren Zum 1. Juli tritt die Reform der Pflegeversicherung in Kraft – es ist die erste größere Reform nach 13 Jahren. Das Diakonische Werk Hamburg begrüßt die Verbesserungen, die vor allem in der Betreuung demenzkranker alter Menschen möglich werden und fordert, dass sie nicht zu Lasten bestehender Angebote gehen dürfen. Kritisiert wird die ungenügende Finanzierung der Pflegeleistungen.
Hoffnung auf mehr Tagespflegeeinrichtungen
Die Einrichtungen der Tagespflege haben eine wichtige Funktion bei der Entlastung pflegender Angehöriger, besonders bei der Versorgung und Betreuung von Demenzkranken. Um dieses Angebot nachhaltig zu sichern, hat der Gesetzgeber die Leistungen für die Tagespflege ebenso schrittweise angehoben wie die ambulanten Pflegesachleistungen und zusätzlich den Gesamtanspruch aus den Leistungen der häuslichen und teilstationären Pflege erhöht. Darüber hinaus können ab dem 1. Juli Demenzkranke von den Pflegekassen einen Zuschuss erhalten: monatlich 100 Euro bei geringem und 200 Euro bei hohem Betreuungsbedarf.
Im Verbund der Diakonie in Hamburg bestehen sieben Tagespflegestätten mit 105 Plätze. Insgesamt gibt es in Hamburg 17 Tagespflegen mit 329 Plätzen. Vorstand Stefan Rehm sagt: „Wir erwarten, dass durch die zusätzlichen Zuschüsse der Pflegekasse das Angebot der Tagespflege sehr viel besser in Anspruch genommen werden kann und somit die pflegenden Angehörigen eine Entlastung erfahren. können. Wir hoffen, dass weitere Tagespflege-Einrichtungen entstehen.“
Verbesserung im Heim muss beim Menschen ankommen
Für besonders schwer demenziell erkrankte Bewohner in Heimen gibt es seit zehn Jahren in Hamburg ein gesondertes Betreuungsangebot, das stark auf die pflegerische Versorgung der Bewohner ausgerichtet ist. Nach der Pflegeversicherungsreform soll künftig für 25 demenzkranke Heimbewohner eine zusätzliche Betreuungsassistenz finanziert werden. Auch wenn die konkreten Rahmenbedingungen noch nicht klar sind, überlegen die Leitungen diakonischer Pflegeheime bereits, mit welchen Modellen dies umgesetzt werden könnte. Diese Verbesserung darf jedoch nicht zu Lasten des zur Zeit bestehenden finanzierten Angebots gehen. Vorstand Stefan Rehm warnt: „Die Verbesserung in der Betreuung demenzkranker alter Menschen durch die Reform muss direkt beim Menschen ankommen. Es ist dringend notwendig, dass in den Einrichtungen eine Entlastung des Pflegepersonals erfolgt, das damit auch den Pflegebedürftigen zu Gute kommt.“
„Pflege ist mehr wert“
Die Diakonie kritisiert das Grundproblem der Reform, dass die erhöhten Beitragssätze zur Pflegeversicherung (+ 0,25 %) nicht für eine tatsächliche Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen der Pflege sorgen. Die Leistungen der Pflegeversicherung für stationäre Pflege bleiben in den Pflegestufen 1 und 2 bis zum Jahr 2012 unverändert auf dem Stand der Einführung 1996. Für die Pflegestufe 3 erfolgt bis zum Jahr 2012 eine Steigerung um + 1,5 %. Verbesserungen gibt es lediglich in der Finanzierung der ambulanten Pflegeleistungen. Kritisiert wird die ungenügende Finanzierung der Pflegeleistungen. Vorstand Stefan Rehm: „Wir hätten uns gewünscht, dass die Pflegezeit für die Beschäftigten mehr wird. Das Geld müsste zu einer tatsächlichen Verbesserung der pflegerischen Versorgung eingesetzt werden, wie wir es auch mit unserer Initiative „Pflege ist mehr wert“ fordern.
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