Dienstag, 07. Oktober 2008
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Universitätsklinikum Jena – Vorreiter in einer neuen Herzdiagnostik

14.07.2008 Quelle: Christian Mävers   

Die kardiologische Abteilung des Universitätsklinikums Jena kann auf ein weiteres zukunftsweisendes Diagnoseverfahren zurückgreifen. Mit dem neuen Magnetfeld-Imaging-System (MFI-System) lässt sich u.a. das Risiko eines plötzlichen Herztodes durch ventrikuläre Tachykardien z.B. bei post Infarktpatienten und anderen Risikogruppen einschätzen.

Auch die Diagnostik von kardialen Ischämien (Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff) lässt sich mit dem modernen strahlungs- und berührungsfreien System vereinfachen. Das MFI-System Apollo CXS, das im Universitätsklinikum installiert ist, wurde in der Klinik bisher primär für Studienzwecke genutzt. Diese Ergebnisse waren so viel versprechend, dass nun einem breiten Einsatz in der klinischen Routine nichts mehr im Wege steht.

„Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir mit dem neuen System Klinikabläufe in der kardiologischen Diagnostik optimieren können", so Prof. Dr. Hans Figulla, Direktor der Klinik für Innere Medizin I. Hersteller BMDSys aus Jena kooperiert schon seit 2005 mit dem Universitätsklinikum. „Bei der Weiterentwicklung unseres MFI-Systems war die Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Jena sehr hilfreich. Durch die Erkenntnisse aus der Kooperation waren wir in der Lage, die Bedürfnisse des Klinikalltags sinnvoll in das System zu integrieren", so Torsten Krümmel, Geschäftsführer BMDSys.

Mit Apollo CXS hat das Unternehmen BMDSys, Jena, ein hochmodernes Magnetfeld- Imaging-System entwickelt. Das Diagnostik-System ist für den Patienten mit keinerlei Nebenwirkungen verbunden, da es nichtinvasiv, berührungslos und strahlungsfrei ist und zudem keinerlei Kontrastmittel bedarf. Für die Untersuchung müssen keine Vorbereitungen getroffen werden.

Die eigentliche Untersuchung dauert zirka zwei Minuten und die Ergebnisse liegen nach ungefähr einer Minute vor, so dass das System auch für Notfallpatienten geeignet ist.

Physikalische Grundlagen von MFI

Magnetfeld-Imaging beruht auf zwei naturwissenschaftlichen Erkenntnissen: Erstens sind Zellaktivitäten grundsätzlich mit elektrischer Aktivität verbunden und zweitens ist elektrische Aktivität immer mit einem entsprechenden Magnetfeld verbunden. Weil das Herz aus vielen synchron arbeitenden elektrisch aktiven Zellen besteht, ist es möglich, mit Hilfe von hoch empfindlichen Magnetsensoren so genannter SQUIDs (Super Conducting Quantum Interference Device) entsprechende Magnetfelder zu erfassen und mittels einer speziellen Software zu analysieren und bildlich darzustel-len. Die magnetische Registrierung ist im Gegensatz zu den elektrischen Ableitungen referenzfrei und dadurch auch für die Ableitung niederfrequenter bzw. magnetischer Gleichfelder besonders geeignet.

Darüber hinaus können auch Magnetfelder von solchen Strömen, die elektrisch an der Körperoberfläche nicht ableitbar sind, magnetisch dennoch erfasst werden. Dem-entsprechend können auch die herzinternen Wirbelströme aufgenommen und dargestellt werden, die wesentliche Informationen für die Herzdiagnostik beinhalten.

Zur Erklärung

BMDSys ist ein innovatives Medizintechnikunternehmen, das im April 2005 gegründet wurde. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb hochinnovativer Magnetfeld Imaging Systeme (MFI) spezialisiert, die vor allem in der kardialen Diagnostik Anwendung finden.

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