| Freitag, 21. November 2008 |
Zukunftstrends
In Klinikbauten profitieren alle von den leisen Tönen
Interventionen im Umwelt- und Baubereich effektiver
Der Schlüsselfaktor für eine gute Raumakustik sind die richtige Menge und Platzierung schallabsorbierender Materialien. Daher ist ein Gebäudeprofil hilfreich, in dem die verschiedenen Schall- und Funktionszonen unter Berücksichtigung raumdynamischer Spitzenzeiten für Aktivitäten und Lärm aufgelistet sind. Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Regelung des Schallumfelds ist die Identifizierung der Lärmquellen selbst. Diese können zwar nicht einfach beseitigt werden. Aber immerhin ist eine Lärmreduzierung, wie beispielsweise durch den Einsatz eines geräuschfreien Rufsystems, möglich. Auch gibt es Versuche das akustische Umfeld durch organisatorische Eingriffe, wie Personalfortbildungen oder die Einführung sogenannter stiller Zeiten, zu verbessern. Studien zur Effektivität von schallreduzierenden Maßnahmen legen jedoch nahe, dass Interventionen im Umwelt- und Baubereich erfolgreicher sind als verhaltenspräventive Aktivitäten.
Akustik-Absorber müssen unterschiedlichste Anforderungen erfüllen
Bei der Auswahl geeigneter Akustikelemente ist darauf zu achten, dass sie die spezifischen Anforderungen im Kliniken vollends erfüllen. Dabei unterscheiden wir zwischen öffentlichen, funktionalen und klinischen Bereichen sowie Pflegeeinheiten. In öffentlichen Bereichen, wo es sich meist um große, offene Flächen mit der ihnen angestammten problematischen Schallausbreitung handelt, gilt es ein akustisches Umfeld zu schaffen, das die Kommunikation und Orientierung im Gebäude unterstützt. Empfangsbereiche müssen die Sprachverständlichkeit ebenso berücksichtigen wie die akustische Privatsphäre. Leistungsfähige Akustikdecken vermögen diesen Spagat auszuführen.
In Pflegebereichen kommt es insbesondere darauf an den Patienten einen Ort zum Ausruhen und Schlafen und somit zur Unterstützung der Genesung zu bieten. In Kliniken, wo das akustische Umfeld dem Zufall überlassen bleibt, stehen Schlafstörungen jedoch auf der Tagesordnung. Wie eine finnische Studie gezeigt hat, betrachteten 80 Prozent der Patienten, die in einem Zentralkrankenhaus der finnischen Stadt Carelia befragt wurden, die durch andere Patienten, Geräte und die Arbeit des Personals verursachten Umgebungsbedingungen als wesentliche Störquelle. Nur 50 Prozent verwiesen in diesem Zusammenhang auf Schmerzen.
Auch Jörg Arnold und Oliver Kornadt, Professor für Bauphysik an der Bauhaus-Universität Weimar, haben in einer Untersuchung über die Lärmbelastung von Patienten und Pflegepersonal auf Intensivstationen herausgefunden, dass eine hohe Lärmdichte einen dramatischen Einfluss auf den Schlaf und damit auf die Erholung und Gesundheit des Patienten habe. Zudem verursache der Lärm für beide Personengruppen Stress.
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