| Mittwoch, 19. November 2008 |
Zukunftstrends
In Klinikbauten profitieren alle von den leisen Tönen Improvisation adé – Es lebe die professionelle Lösung
Für all diese unterschiedlichen Anforderungen gibt es heute hoch- und höchstwirksame Akustiksysteme, die den Zeiten improvisierter Schalldämpfungsmaßnahmen ein Ende machen. Noch vor zwei Jahren hatte sich James West, Akustik-Ingenieur der John Hopkins Universität in Baltimore, darüber beklagt, dass es zwar viele Messungen des Krankenhaus Lärms gäbe, die Vorschläge zu dessen Reduktion aber Mangelware seien. „Sie können keine Teppiche auf die Böden legen, und Sie können auch kein poröses Material an der Decke anbringen, weil dort Bakterien hinein gelangen können und dann hätte man ein großes hygienisches Problem,“ äußerte sich der US-Forscher im Deutschlandradio. Für eine Station des Johns Hopkins Hospital entwickelte er daher eine eigene Lösung, die ihre Wirkung durchaus nicht verfehlte. „Wir haben als Schallisolierung einen glasfaserverstärkten Kunststoff genommen, den man sonst als Wärmedämmung benutzt. Die kann man natürlich nicht waschen, aber wir haben sie in eine Art Mülltüte verpackt. Wir haben dafür ein spezielles Material gefunden, das für eine keimfreie Umgebung geeignet ist. Man kann es herunternehmen und reinigen. Außerdem beeinträchtigt diese Hülle die schalldämpfende Wirkung nur sehr geringfügig. Insgesamt funktioniert das sehr gut.“
Inzwischen wurden die selbst gebastelten Schallabsorber durch eine professionelle Ecophon Lösung ausgetauscht. Denn die akustischen Hygiene Systeme aus Schweden verbinden hervorragende Reinigungseigenschaften mit allen anderen Leistungsmerkmalen, die in der Klinikarchitektur für gute Raumakustik relevant sind. Von dem besseren Design und dem einfacheren Handling will ich an dieser Stelle gar nicht sprechen.
In Deutschland gibt es bis heute keine Grenzwerte zur Beurteilung der Lärmeinwirkung auf Patienten. Und für Klinikpersonal gibt es nach dem aktuellen Arbeitsrecht lediglich einen Grenzwert zum Schutz vor Lärmschwerhörigkeit. Wer der raumakustischen Optimierung freiwillig Rechnung trägt, kann auf der ganzen Linie nur gewinnen. Denn professionelle Schallabsorber sorgen mit ihrer Reduktion von Schallausbreitung, Schallpegel und Lärmbelastung für erhöhte Diskretion, reibungslosere Kommunikation, verbesserte Konzentrationsfähigkeit und verbesserte Sprachverständlichkeit. Sie tragen zu einer deutlich gesteigerten akustischen Qualität von Räumen bei und können Krankenhäuser bei ihrem Wandel zu Gesundheitszentren unterstützen. Andernfalls blieben sie doch nur Krankenhäuser.
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