| Freitag, 21. November 2008 |
Management
Demografiemanagement: dem Fachkräftemangel ein Schnippchen schlagen Der Fachkräftemangel in Deutschland weitet sich aus. Nach jüngsten Angaben der Bundesagentur für Arbeit fehlen den Unternehmen insgesamt bereits eine Million qualifizierte Arbeitskräfte . Diese Entwicklung stellt eine zentrale Herausforderung für das Personalcontrolling der Unternehmen dar.
Denn infolge der demografischen Entwicklung setzt sich
gleichzeitig der Verlust von Fachkräften aus der aktiven Beschäftigung
fort. Spätestens im Jahr 2020 werden die über 50-Jährigen mit einem
Anteil von rund 40 Prozent die stärkste Altersgruppe sein. Allein durch
den altersbedingten Anstieg der Fehlzeiten infolge von Krankheiten
entstehen den Unternehmen bis 2027 zusätzliche Kosten von 38 Milliarden
Euro . Um „demografiefest“ zu werden, müssen die Firmen daher gleich
auf zahlreichen Handlungsfeldern tätig werden: von der Früherkennung
und Prävention bis hin zur Arbeitsgestaltung und -organisation. Was
genau zu tun ist, findet jedes Unternehmen am besten durch eine
individuelle Risikoanalyse heraus. Eine von Steria Mummert Consulting
entwickelte Methode für das strategisch-operative Personalcontrolling
unterstützt die Unternehmen dabei, gezielt die demografischen Probleme
zu erkennen und Schwachstellen zu beheben.
Schon heute zeigt sich: Der demografische Wandel wird die Unternehmen
hart treffen und kann sie sogar in ihrer Existenz gefährden. Wegen
nicht besetzbarer Stellen für hochqualifizierte Mitarbeiter gehen der
deutschen Wirtschaft im Jahr rund 20 Milliarden Euro an Wertschöpfung
verloren. Und die Lücke zwischen Arbeitskräftenachfrage und -angebot
wird in den kommenden Jahren immer größer werden. Jedes Unternehmen ist
dabei vom demografischen Wandel auf Grund seiner Einmaligkeit anders
betroffen.
Das Demografiemanagement zählt daher zu den wichtigsten
Herausforderungen für die deutschen Unternehmen. „Viele haben das noch
nicht erkannt. Sie müssen herausfinden, wo die eigenen Schwächen liegen
und welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um nicht vom demografischen
Wandel aus der Bahn geworfen zu werden“, sagt Andreas Schmidt, Berater
bei Steria Mummert Consulting. Das strategische Personalcontrolling übt
dabei die wichtigste Steuerungsfunktion aus. Moderne IT-Architekturen
und Software helfen den Unternehmen, die erforderlichen Kennzahlen zur
Steuerung zu gewinnen.
In einem ersten Schritt sollten die Engpässe im Betrieb durch eine sogenannte Delta-Betrachtung erkannt werden. Dabei wird nicht nur die sich dynamisch entwickelnde Mitarbeiterstruktur erfasst, sondern auch die Geschäftsstrategie berücksichtigt: Neue Technologien, Wachstum und Geschäftsmodelle haben großen Einfluss auf die Personalplanung. Engpässe sollen zeitlich und zukunftsorientiert bestimmt werden, um das interne Kapazitätsrisiko zu erkennen. So können Risiken zum Beispiel durch Qualifizierung von Mitarbeitern oder durch den Aufbau eines spezifischen Gesundheitsmanagements in Chancen umgewandelt werden.
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