Mittwoch, 19. November 2008
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Unternehmen Gesundheitswirtschaft

22.08.2008 Quelle: Regierung   

Foto: aboutpixel.deImmer mehr Firmen lassen sich auf das "Unternehmen Gesundheitswirtschaft" ein. Das ist eine gute Entscheidung. Die Gesundheitswirtschaft ist die größte Wirtschaftsbranche in Deutschland und eine der innovativsten. Sie beschäftigt mehr Menschen als die Automobil- und Elektroindustrie zusammen und ist eine der Zukunftsbranchen.

"Der medizinisch-technische Fortschritt, ein zunehmendes Gesundheitsbewusstsein und der demographische Wandel sprechen dafür, dass diese Branche auch zukünftig auf Wachstums- und Beschäftigungskurs bleiben wird", sagte Hartmut Schauerte. Er ist Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsministerium und Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung.

Neueste Studien gehen davon aus, dass in der Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren Wachstumsraten von über drei Prozent jährlich erreicht werden können. Damit liegt sie mit der Hightech-Branche an der Spitze. In der Gesundheitswirtschaft entstehen wesentlich mehr zukunftsorientierte Arbeitsplätzen als in jeder anderen Branche: Bis zu einer Million neue Arbeitsplätze sind bis zum Jahr 2020 möglich.

Herausforderung für die Unternehmen

Die mittelständischen Unternehmen im Gesundheitswesen stünden vor der Herausforderung, sich zu organisieren, zu vernetzen und zu investieren. Dann habe Deutschland Chancen, sich auch im internationalen Vergleich zu einem "Kompetenzzentrum Gesundheit" zu entwickeln, so Schauerte weiter.

Vor allem muss der Wettbewerb zwischen den Beteiligten gestärkt werden. Auch unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Gesundheitswesens gibt es hier Verbesserungsbedarf.

Wertschöpfungsorientierte Darstellung

Bis vor einigen Jahren wurde das Gesundheitswesen ausschließlich unter Kostenaspekten betrachtet. Die Wertschöpfung dieser Branche und das Beschäftigungspotential blieben dabei unberücksichtigt. Diese Ansicht hat sich zu Recht gewandelt und auch zu einer sachgerechten Betrachtungsweise geführt.

Bereiche der Gesundheitswirtschaft

Zur Gesundheitswirtschaft zählen

  • das Gesundheitswesen im engeren Sinne (Kernbereich),
  • seine Vorleistungs- und Zulieferindustrien sowie
  • viele Randbereiche, die auch als "Zweiter Gesundheitsmarkt" bezeichnet werden.


Kernbereich der Gesundheitswirtschaft

In der wertschöpfungsorientierten Darstellung der Gesundheitswirtschaft ist ihr Kernbereich die stationäre und ambulante Versorgung sowie die Pflege. Dazu gehören Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Arzt- und Zahnarztpraxen, die Praxen nichtärztlicher medizinischer Berufe, Apotheken sowie stationäre, teilstationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen.

Vorleistungs- und Zulieferindustrien

Vorleistungs- und Zulieferindustrien sind: Die Pharmazeutische Industrie, die Medizin- und Gerontotechnik, die Bio- und Gentechnologie, das Gesundheitshandwerk sowie der Groß- und Facheinzelhandel mit medizinischen und orthopädischen Produkten.

Ihre Produkte und Dienstleistungen werden ausschließlich für den Kernbereich der Gesundheitswirtschaft erbracht.

Der "Zweite Gesundheitsmarkt"

Der "Zweite Gesundheitsmarkt" trägt entscheidend zur Wertschöpfung der Branche bei. Beispiele sind: Der Gesundheitstourismus, Wellness-, gesundheitsbezogene Sport- und Freizeitangebote, aber auch Schönheitsoperationen, Massagen und Appetitzügler.

Gesundheitswirtschaft wächst stark

Das Statistische Bundesamt (StBA) bezieht sich in seiner Gesundheitsberichtserstattung bisher nur auf die Ausgaben im klassischen Gesundheitswesen. Das sind das Gesundheitswesen im engeren Sinne sowie seine Vorleistungs- und Zulieferindustrien. Allein in diesen Bereichen sind die Gesundheitsausgaben von 158 Milliarden Euro im Jahr 1992 auf 245 Milliarden Euro im Jahr 2006 gestiegen.

Der "Zweite Gesundheitsmarkt" wird in der Gesundheitsausgabenrechnung nicht erfasst. Wird er einbezogen, erhöht sich das Gesamtvolumen der Gesundheitswirtschaft für 2006 auf über 260 Milliarden Euro. Heute liegt der Jahresumsatz der Branche bei über 280 Milliarden Euro.

Beschäftigung entwickelt sich positiv

Auch die Beschäftigungsentwicklung ist positiv. Seit 2000 gab es im klassischen Gesundheitswesen einen Beschäftigungszuwachs von rund 250.000 Personen. Bemerkenswert ist das vor allem im Vergleich zu anderen Branchen und der Gesamtwirtschaft. Das Baugewerbe verlor im gleichen Zeitraum rund 600.000 Arbeitsplätze.

Laut StBA waren Ende 2006 rund 4,3 Millionen Menschen in Deutschland und damit etwa jeder neunte Beschäftigte im Gesundheitswesen tätig. In der gesamten Gesundheitswirtschaft arbeiteten knapp fünf Millionen Personen.

 

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