| Mittwoch, 19. November 2008 |
Gesundheitspolitik
Deutsche Krankenhausgesellschaft: Fonds stoppen + Kliniken lassen sich nicht abspeisen
Zur Anhörung der Bundestagfraktionen von FDP und Bündnis 90/Die Grünen
zum Gesundheitsfonds erklärt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen
Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum: „Aus Sicht des stärksten
Leistungserbringers im deutschen Gesundheitswesen sollte das
Gesamtkonzept für den Gesundheitsfonds mit Einheitsbeitrag gestoppt
werden. Der Fonds führt zu Verwerfungen, die nicht abschätzbar sind.
Im Ergebnis gehen sie zu Lasten der medizinischen Versorgung. Es werden Fehlanreize gesetzt und insbesondere stationäre Leistungen gegenüber ambulanten Leistungen diskriminiert.
Das Gesamtfazit der Deutschen Krankenhausgesellschaft lautet, dass der Fonds
Die DKG befürchtet, dass mit der Einführung des Gesundheitsfonds die Finanzierung des deutschen Gesundheitswesens zum Gegenstand staatlicher Fiskal- und Haushaltspolitik würde. Sie fordert den Gesetzgeber auf, die Einführung des Fonds zu stoppen."
Kliniken lassen sich nicht abspeisen
Zur Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums, für die Kliniken ein
Hilfsprogramm in Höhe von 3 Mrd. Euro aufzulegen, erklärt der
Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg
Baum:
„Wenn die Politik von einem Hilfsprogramm für die
Krankenhäuser in Höhe von 3 Mrd. Euro spricht, dann ist das eine
Mogelpackung. Denn in diese angekündigten 3 Mrd. Euro werden die den
Krankenhäusern ohnehin gesetzlich zustehenden Vergütungszuwächse
hineingerechnet. Auf Grund der für das nächste Jahr vorgesehenen
Grundlohnratenerhöhung von ca. 1,4 Prozent entfallen alleine ca. 750
Mio. Euro auf diese, den Kliniken zustehenden finanziellen Mittel. Es
ist auch nicht akzeptabel, dass den Klinken der Wegfall des
Sanierungsbeitrages in Höhe von jährlich 230 Mio. Euro als
Einnahmezuwachs angerechnet wird. Zudem ist die Einrechnung des
angekündigten finanziellen Hilfsprogramms für die Pflege auch nur eine
scheinbare Erhöhung des Hilfsvolumens für die Krankenhäuser. Denn den
Klinken werden nur 50 Prozent der anfallenden Kosten erstattet, so dass
gleichzeitig 50 Prozent ungedeckte Kosten entstehen.
Es ist auch eine Tatsache, dass die Krankenhäuser
allein in Folge der Tariflohnabschlüsse für die Jahre 2008/2009 eine
Deckungslücke (nach Abzug der Grundlohnrate) von über 3 Mrd. Euro zu
verbuchen haben. Durch die gestiegenen Energie- und Sachkosten entsteht
den Kliniken noch einmal die gleiche milliardenschwere Deckungslücke.
Im Ergebnis werden aus den politisch diskutierten 3
Mrd. Euro für die Kliniken zusätzliche finanzielle Mittel von weniger
als 1,5 Mrd. Euro. Die Überbrückung der ca. 7 Mrd. Euro großen
Finanzierungslücke der Kliniken ist damit nur als ansatzweise und
unzureichend zu beschreiben.
Unzutreffend ist außerdem die Rechnung, die finanziellen Mittel für die Krankenhäuser bedeuteten einen Anstieg des GKV-Beitragsatzes um 0,3 Prozent. Hier wird offensichtlich übersehen, dass die Krankenkassen in 2009 von den um ca. 3 Prozent angestiegenen Löhnen Beiträge schöpfen, mit denen alleine schon zusätzliche Mittel für die Kliniken zur Verfügung stehen, ohne dass die Beiträge erhöht werden müssten."
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