| Freitag, 21. November 2008 |
Gesundheit
Neue Wege in der Arthrosetherapie
In Deutschland leiden rund 15 Millionen Menschen an einer
behandlungsbedürftigen Arthrose. Neue Operationstechniken ermöglichen
eine bessere Versorgung der Patienten: Dazu gehören Eingriffe bei
Hüftarthrose, die das Gelenk wieder beweglich und schmerzfrei machen,
ohne – wie bisher – ein künstliches Gelenk einzusetzen.
Auch die Wiederherstellung geschädigter Knorpel durch körpereigenes Gewebe ist nun durch neue Techniken bei mehr Patienten als bisher möglich. Alle 200 Gelenke im menschlichen Körper können von Arthrose betroffen sein. Am häufigsten tritt sie im Knie-, Hüft- und Schultergelenk sowie an der Wirbelsäule auf. Mit Arthrose wird eine Gruppe von so genannten degenerativen rheumatischen Erkrankungen bezeichnet. Durch Fehlbelastung, Überbelastung oder auch Knorpelverletzungen kommt es zur Abnutzung. Der Knorpelüberzug der Gelenke wird allmählich zerstört. Fehlt der Knorpel, reiben die Knochen im Gelenk direkt aufeinander und verformen sich.
Arthrose kann jeden treffen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko der chronischen und schmerzhaften Gelenkerkrankung. „Ziel muss es daher sein, die Entwicklung von Arthrosen zu verhindern, die Gelenke zu erhalten und beim Einsetzen künstlicher Gelenke das bestmögliche Ergebnis sicherzustellen“, betont Professor Dr. med. Dr. h. c. Joachim Grifka, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOOC). Einen Fortschritt gibt es für Patienten mit Hüftarthrose: Neue Operationstechniken können das Gelenk erhalten, die Beweglichkeit wiederherstellen und schmerzfrei machen. „Dafür gab es bislang kein adäquates arthroskopisches Instrumentarium und auch keine klar definierten Konzepte“, erläutert Professor Grifka, Direktor der Orhopädischen Klinik für die Universität Regensburg im Asklepios Klinikum Bad Abbach. Neu entwickelte Verfahren machen Eingriffe möglich, um beispielsweise Weichteilverletzungen, Knorpelauffaserungen oder Knochenrandwülste erfolgreich zu beseitigen. Patienten mit solchen schmerzhaften Gelenkverletzungen mussten bisher künstliche Hüftgelenke eingesetzt werden.
Die ursprünglich sehr aufwendige Methode der sogenannten Knorpeltransplantationen ist heute durch Weiterentwicklung deutlich vereinfacht. Die neue Technik stellt auch schwer geschädigte Knorpel wieder her und kommt insbesondere jüngeren Patienten und Sportlern zugute: Sie sind genauso leistungsfähig und belastbar wie vor der Verletzung und haben kein erhöhtes Risiko, an Arthrose zu erkranken.
Wenn Gelenkerhaltung bei Arthrose nicht mehr möglich ist, steuern Computer die millimetergenaue Platzierung der Prothese. Kleine Operationsschnitte schonen Muskeln. Der Heilungsprozess ist kurz und die Patienten sind schnell wieder mobil. Diese muskelschonende Operationstechnik können die Teilnehmer des Kongresses mit eigenen Augen durch eine Live-Schaltung aus dem Operationssaal der Orthopädische Universitätsklinik Regensburg/Bad Abbach verfolgen.
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