| Mittwoch, 19. November 2008 |
Zukunftstrends
Demografischer Wandel - Deutschland schlecht vorbereitet
Im Vergleich der Industrieländer ist Deutschland zusammen mit Italien am meisten von der demografischen Entwicklung betroffen und hat gleichzeitig seine gesellschaftlichen Systeme nur schlecht auf diesen Wandel vorbereitet.
Neben der starken Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung zeigt der Indikator vor allem auch, dass die Bundesrepublik in vielen Handlungsfeldern ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat. Dies gilt unter anderem für den Arbeitsmarkt. So sind hierzulande lediglich 55 Prozent der Mütter mit Kindern im Kindergartenalter erwerbstätig, während beispielsweise in Schweden und Finnland über 80 Prozent dieser Frauen einen Arbeitsplatz haben.
Auch sitzt in Deutschland mehr als die Hälfte der 55- bis 64-Jährigen zu Hause statt im Büro. In Norwegen, den USA und der Schweiz dagegen arbeiten mehr als 60 Prozent dieser Altersgruppe. Schwachstellen gibt es ebenfalls im Bildungsbereich. Insbesondere bringen die deutschen Hochschulen zu wenige Absolventen hervor – hierzulande besitzen nur 22 Prozent der 25- bis 34-Jährigen einen akademischen Abschluss, in Irland hingegen 41 Prozent.
<strong>Hintergrundinformation statistisches Jahrbuch: Deutschland im internationalen Vergleich</strong>
Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird ein heute geborenes Mädchen in Japan im Durchschnitt 86,1 Jahre alt werden. Für Deutschland geben die Vereinten Nationen eine Lebenserwartung für Frauen von 82,1 Jahren an. Deutlich unter 50 Jahre beträgt dagegen gegenwärtig die Lebenserwartung für Mädchen in afrikanischen Ländern wie Nigeria (47,3 Jahre) und der Demokratischen Republik Kongo (47,7 Jahre). Für Männer liegt die Lebenserwartung in den meisten Staaten der Erde fast durchweg um mehrere Jahre niedriger.
Am ältesten werden die Männer in Hongkong mit 79,4 Jahren, gefolgt von Japan und der Schweiz mit jeweils 79,0 Jahren (Deutschland: 76,5 Jahre). Gegen den in den meisten Ländern feststellbaren Trend einer kräftig steigenden Lebenserwartung seit Mitte der 1980er Jahre sank die Lebenserwartung unter anderem in der Russischen Förderation. Zwischen 1985/90 und 2005/10 nahm dort die Lebenserwartung für Männer von 63,8 auf 59,0 Jahre ab, für Frauen von 73,6 auf 72,6 Jahre.
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