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Ergebnisse der Studie "Freie Berufe in Bayern" liegen vor. Auch in Bayern übernehmen Freie Berufe bei der Entwicklung des Dienstleistungssektors mit überdurchschnittlichen [...]
[...] Zuwachsraten eine tragende Rolle. Im Jahr 2015 werden rund 74 % der Erwerbstätigen im tertiären Sektor beschäftigt sein.
Insbesondere der Bereich der sekundären Dienstleistung wird überproportional steigen (rund 32 %). Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Freie Berufe in Bayern“, die jetzt in München vorgestellt wurde.
Der Zuwachs an Selbstständigen in den Freien Berufen (58 % zwischen 1999 und 2003) ist bemerkenswert. Zum 1. Januar 2004 waren 129.500 selbstständige Freiberufler in Bayern tätig: An der Spitze liegen Ärzte mit mehr als 20.000, gefolgt von Rechtsanwälten (14.300), Architekten (9.000), Steuerberatern (8.750) und Zahnärzten (8.500). Besonders hervorzuheben sind auch der hohe und zunehmende Frauenanteil und die über 26.450 Auszubildenden.
Dr. Wolfgang Heubisch, Präsident des Verbandes Freier Berufe in Bayern (VFB), warnte angesichts des beachtlichen Wachstumspotentials in den Freien Berufen, diese durch staatliche Reglementierung und Regulierung zu behindern. Er hob hervor, dass trotz der höchst erfreulichen Entwicklungen die schlechte wirtschaftliche Situation in einzelnen Berufsfeldern, die sich insbesondere im Bereich der Ingenieurberufe niederschlägt, nicht aus dem Blickfeld geraten dürfe.
In Hinblick auf die Entwicklung im europäischen Binnenmarkt sieht Heubisch eine offene Diskussion über die von der Europäischen Kommission vorgelegte Dienstleistungs-Richtlinie als notwendig an. Die Freien Berufe in Bayern müssten sich auf zunehmende Konkurrenz aus den Nachbarländern einstellen, könnten umgekehrt aber auch von den europäischen Grundfreiheiten profitieren. Insgesamt gelte es, bürokratische Schranken bei der Berufsausübung – auch in Deutschland - abzubauen.
Als ein Beispiel nannte Heubisch das Problem der "Inländerdiskriminierung“: "Der österreichische Zahnarzt kann seine deutschen Patienten auf Rechnung behandeln. Der deutsche Patient, der sich in Österreich behandeln lässt, erhält von seiner Krankenkasse eine Kostenerstattung. Der deutsche Zahnarzt muss jedoch generell über seine Kassenzahnärztliche Vereinigung mit den Krankenkassen im Wege der Sachleistung abrechnen. Dieses System ist sicher nicht europatauglich.“
Bayerns Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu, dessen Ministerium gemeinsam mit dem VFB die Studie beauftragt hatte, zu den Ergebnissen: "Die Studie kommt zur rechten Zeit. Sie bietet in der politischen Diskussion gute Argumente, die Bedeutung der Freien Berufe zu verdeutlichen und deren positive Entwicklung voranzutreiben.“
Er warnte jedoch davor, den Abbau von Regulierungen für die Freien Berufe im EU-Binnenmarkt falsch zu bewerten. Reine Deregulierung genügt nicht. Es bedarf vielmehr sinnvoller Regelungen für den Markt, damit Qualitätsstandards, die das Hochlohnland Deutschland braucht, auch gehalten werden.
An der Erhebung zu Struktur und wirtschaftlicher Lage von Angehörigen der Freien Berufe in Bayern nahmen rund 1.000 Personen teil. Darüber hinaus wurden 41 Berufsorganisationen der Freien Berufe in Bayern befragt. Die Studie vom Institut für Freie Berufe wurde an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt und kann über die Geschäftsstelle des Verbandes Freier Berufe in Bayern (Telefon: 089/272 34 24, Fax: 089/272 34 13) bestellt werden.
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