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Umsatzsteigerung durch hohes
Auslandswachstum / Inlandsmarkt aber schwach. Die deutsche Medizintechnik-Industrie konnte ihren
Gesamtumsatz im Jahr 2004 auf 13,6 Milliarden Euro (+8,1 %) erneut steigern.
Knapp 90.000 Menschen (+2,8 %) waren im vergangenen Jahr bei den 1.221 deutschen
Medizintechnik-Herstellern (2003: 1.183) beschäftigt.
Das überdurchschnittlich
hohe Wachstum des Auslandsumsatzes um 15,8 % auf 7,9 Milliarden Euro sowie die
Exportquote von inzwischen über 58 % sind dabei klare Signale für die
internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hightechprodukte dieser Branche.
Dies erklärte SPECTARIS-Hauptgeschäftsführer Sven Behrens anlässlich des
morgigen MedTech-Days der Deutschen Börse in Frankfurt am Main. Auch für das
laufende Jahr sind die Erwartungen an das Auslandsgeschäft optimistisch.
Prognostiziert werden Zuwachsraten im zweistelligen
Bereich.
Doch nicht nur die Qualität und
Innovation der Produkte dieser Branche werden national und international
geschätzt, auch beim Service stellen die deutschen Hersteller ihre
Leistungsfähigkeit immer wieder unter Beweis. So sind mehr als 90 % der
deutschen Krankenhäuser mit der Arbeit der Medizintechnik-Unternehmen zufrieden.
Nach den Ergebnissen einer Studie zur Servicequalität im Krankenhaus der
Unternehmensberatung Droege & Comp liegen die Gründe vor allem in der
Schnelligkeit, der Zuverlässigkeit und dem unbürokratischen Service der Firmen.
Problematisch für die weitere
Entwicklung der gesamten Medizintechnik-Industrie bleibt allerdings der
Inlandsmarkt, wo sich die Gesundheitsreform bislang eher als Konjunkturbremse
erwiesen hat. Der im Jahr 2004 um 1 % auf 5,7 Milliarden Euro rückläufige
Inlandsumsatz der Medizintechnik-Industrie verdeutlicht die angespannte Lage des
Gesundheitsmarktes in Deutschland. Ein hohes Maß an Verunsicherung bei Ärzten,
Krankenhäusern und Kostenträgern in der unübersichtlichen gesundheitspolitischen
Gesamtsituation führt zu einer Verschiebung längst fälliger Ersatz- und
Neuinvestitionen. Das schadet den Patienten, dem zukunftsfähigen deutschen
Gesundheitsmarkt und letzten Endes dem Steuerzahler.
Am schlimmsten hat es dabei im Inland
die gesamte Hilfsmittelindustrie getroffen, die einen massiven Preisverfall und
in Teilbereichen einen Umsatzrückgang von bis zu 40 % verzeichnet. Während sie
um ihr wirtschaftliches Überleben kämpft, spielen gerade hier die Krankenkassen
ihre Machtposition gnadenlos aus und drücken die Preise ohne Rücksicht auf die
Produktqualität. Dies geht nicht nur zu Lasten der Industrie, sondern vor allem
zu Lasten der im Hilfsmittelbereich besonders schutzbedürftigen, behinderten
Patientinnen und Patienten.
Entsprechend kritisch sind daher im
Gegensatz zum Auslandsgeschäft auch die Erwartungen der deutschen
Medizintechnik-Hersteller für das Inland im laufenden Jahr. Im besten Fall wird
hier mit einer Stagnation gerechnet. Ein Großteil der Firmen geht jedoch derzeit
von einem weiter rückläufigen Ergebnis aus.
In der Summe kann man jedoch aufgrund
der positiven Auslandsentwicklung auch 2005 aller Voraussicht nach wieder von
einem steigenden Gesamtumsatz ausgehen.
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