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Medizintechnologien können ein Motor des Wachstumsmarktes "Gesundheitswirtschaft“ sein. Darauf hat der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, zum heutigen MedTech-Day der Deutschen Börse in Frankfurt hingewiesen. [...]
[...] Medizinprodukte seien mit einem Ausgabenvolumen von über 20 Mrd. Euro
und 108.000 Arbeitsplätzen schon jetzt ein bedeutender Wirtschafts- und
Arbeitsmarktfaktor in Deutschland. Wichtig sei es, Innovationen der
Medizintechnologie stärker zu fördern, um die Chancen der Branche für
die Volkswirtschaft insgesamt zu nutzen, so BVMed-Geschäftsführer
Joachim M. Schmitt.
Die Gesundheitsausgaben im Bereich der Medizinprodukte betrugen in
Deutschland im Jahr 2003 insgesamt über 20 Mrd. Euro. Das geht aus der
Gesundheitsausgabenstatistik hervor, die das Statistische Bundesamt vor
wenigen Tagen veröffentlichte. Von den 20 Mrd. Euro entfallen rund 13
Mrd. Euro auf den ambulanten Bereich, z. B. Hilfs- und Verbandmittel,
und 7 Mrd. Euro auf den stationären Bereich. In der Zahl sind
Dentalprodukte und medizinische Großgeräte (Investitionsgüter) noch
nicht enthalten. Der Weltmarkt für Medizintechnologien betrug 2003 rund
184 Mrd. Euro. Deutschland ist mit 20 Mrd. Euro als Einzelmarkt nach
den USA und Japan weltweit der drittgrößte Markt und mit Abstand der
größte Markt Europas. Er ist rund doppelt so groß wie Frankreich und
rund drei Mal so groß wie Italien und Großbritannien.
Die Medizinproduktebranche beschäftigt in Deutschland 108.000 Menschen.
Es ist davon auszugehen, dass die gleiche Anzahl von Arbeitsplätzen in
der Zulieferindustrie unmittelbar von der Medizinprodukteindustrie
abhängt. Medizintechnologien sind damit ein wichtiger Wirtschafts- und
Arbeitsmarktfaktor. Die Medizintechnologie ist eine dynamische und hoch
innovative Branche. Mehr als die Hälfte des Umsatzes erzielen die
Unternehmen mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind.
Durchschnittlich werden rund 7 Prozent des Umsatzes in Forschung und
Entwicklung investiert. Der Forschungsstandort Deutschland spielt damit
eine besonders wichtige Rolle. Aufgrund steigender Investitionskosten,
kürzer werdender Produktlebenszyklen und der zum Teil langen Dauer bis
zur Markteinführung bzw. Erstattungsfähigkeit ist jedoch das
Forschungsrisiko gestiegen.
Das durchschnittliche Wachstum des Weltmarktes für Medizinprodukte
betrug 2003 nach Expertenschätzung rund 6 Prozent. Das entspricht auch
ungefähr dem Marktwachstum in Japan und den USA. Das Wachstum des
Marktes für Medizinprodukte fällt in Deutschland mit rund 2 bis 3
Prozent geringer aus. Grund ist vor allem die anhaltende Budgetierung
im deutschen Gesundheitssystem. Der Preisdruck hat sich im gesamten
Bereich der Medizinprodukte weiter verstärkt, vor allem durch die
Budgetrestriktionen auf der Klinikseite und die gesetzgeberischen
Eingriffe bei den Hilfsmitteln. Durch die weiteren Einschnitte der
Krankenkassen bei den Festbeträgen für Hilfsmittel besteht die Gefahr,
dass das notwendige Versorgungsniveau der Patienten nicht mehr gehalten
werden kann. Im Krankenhausbereich besteht durch das neue DRG-System
die Gefahr, dass die Einführung von Innovationen weiter verzögert wird.
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