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Mit dem "Zukunftsforum Wissenschaft und
Praxis - Perspektiven biotechnologischer Forschung für
die Agrar- und Ernährungswirtschaft" wollen
die DFG und die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG)
gemeinsam eine dauerhafte Plattform für den Austausch
zwischen Wissenschaft und Praxis in den Agrar- und Ernährungswissenschaften
schaffen. Bei der ersten Veranstaltung der geplanten Reihe
steht die Biotechnologie im Mittelpunkt.
Auf der Pressekonferenz zum Auftakt des ersten Zukunftsforums
erklärten der Präsident der DFG, Professor Ernst-Ludwig Winnacker, und
der Präsident der DLG, Philip Freiherr von dem Bussche, dass die
fortgesetzte politische Diskussion um Nutzen und Risiken der Grünen
Gentechnik die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in den
Agrar- und Ernährungswissenschaften sowie in der Landwirtschaft
gefährde.
Winnacker betonte, dass Deutschland in der molekularen
Pflanzenzüchtung einen Spitzenplatz einnehme. Dieser dürfe nicht
gefährdet werden, denn moderne Pflanzenzüchtung sei ohne die grüne
Biotechnologie nicht mehr denkbar und international nicht
wettbewerbsfähig. In diesem Zusammenhang betonte der DFG-Präsident
nochmals eindringlich die Bedeutung der Exzellenzinitiative von Bund
und Ländern: "Wir rufen den Bund und vor allem die Länder auf, uns
endlich aus der Geiselhaft zu entlassen und die von der Fachseite
verabschiedete Initiative endlich zur Förderung freizugeben." Außerdem
bedürfe der Umgang mit neuen Technologien, wie etwa dem Klonen oder der
Grünen Gentechnik, neuer Diskussionsansätze: "Mit Gentechnik kann im
Prinzip genauso Missbrauch getrieben werden wie mit ihrer Unterlassung.
Natürlich müssen wir uns gegen eine Gesetzgebung zur Wehr setzen, die
die Forschung auf einem zukunftswichtigen Gebiet de facto verbietet.
Aber ganz genauso müssen wir uns als Wissenschaftler darüber Gedanken
machen, was wir denn tatsächlich unter Nachhaltigkeit verstehen und wie
wir tatsächlich die Perspektive einer ressourcenschonenden und
ökonomisch vertretbaren Landwirtschaft einschätzen. Die Freisetzung von
Antibiotika-Resistenz-Genen kann hiermit genauso wenig gemeint sein,
wie ein Handelskrieg mit den USA."
Freiherr von dem Bussche hob besonders die Forderung der Politik
hervor, die Sicherheit gentechnischer Verfahren zu erforschen,
gleichzeitig aber ein faktisches Verbot solcher Forschung zu erlassen.
Er nannte Innovationen auch in der Agrarwirtschaft als notwendige
Voraussetzung, Arbeitsplätze zu schaffen: "Es gibt viele gute Gründe,
eine Spitzenforschung, ein Unternehmertum und den
Technologiefortschritt zu fördern, statt den Agrarsektor mit Bürokratie
und de facto mit Forschungsverboten und Nulltoleranzen auszubremsen."
Auch fehle, so der DLG-Präsident, eine ausreichende öffentliche
Wertschätzung des in seinen Augen volkswirtschaftlich und strategisch
wichtigen Sektors der Agrar- und Ernährungswissenschaft sowie der
landwirtschaftlichen Praxis. Dies liege unter anderem auch daran, dass
wissenschaftliche Zusammenhänge und Erkenntnisse oft nicht genügend
verständlich dargestellt würden. Hier ist in den Augen von Freiherr von
dem Bussche Handlungsbedarf angesagt, damit es "im Discount-Fieber
nicht zu weiteren Lebensmittelwerte-Vernichtungen und zur Gefährdung
der langfristigen Exzellenz unseres Forschungs- und
Wirtschaftsstandortes kommt."
Die Präsidenten Winnacker und von dem Bussche betonten, wie wichtig
das gemeinsame Vorgehen von Wissenschaft und Praxis ist, um die Agrar-
und Ernährungswirtschaft in Deutschland wettbewerbsfähig zu halten. Das
Zukunftsforum sehen daher beide als die richtige Plattform für den
Austausch.
weitere Informationen:
http://www.dfg.de
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