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Der Industrie-Club Düsseldorf und das
Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf zeichnen Privatdozent Dr.
Harald H. Quick, Universitätsklinikum Essen, mit dem Wissenschaftspreis
2005 aus. Der vom Industrie-Club Düsseldorf gestiftete Wissenschaftspreis in Höhe
von 20.000 Euro wird jährlich für eine wissenschaftliche Arbeit
vergeben, die die Lücke zwischen Grundlagenforschung und Anwendung schließt.
Der Ingenieur Harald H. Quick erhält den Preis im Themenfeld Medizintechnik
für seine Forschungen zu seiner Habilitationsschrift: "Innovative
Hochfrequenz- (HF-) Spulenkonzepte für die Diagnostische
Magnetresonanz-Tomographie (MRT)". Die Habilitation basiert auf
insgesamt neun wissenschaftlichen Originalarbeiten, die jeweils die
Entwicklung und die klinischen Tests neuartiger Spulenkonzepte zur
Erweiterung der diagnostischen Möglichkeiten der Magnetresonanz- /
Kernspin-Tomographie (MRT) beschreiben. Die Bildgebung der MRT wird
durch seine Innovationen schneller, detailreicher und schärfer, zudem
eröffnen sie neue Anwendungsfelder für dieses bildgebende Verfahren.
Auch dieses Jahr ermöglicht der Industrie-Club Düsseldorf dem
Preisträger die Teilnahme am jährlichen Nobelpreisträgertreffen der
wissenschaftlichen Nachwuchselite in Lindau (26. Juni bis 1. Juli 2005).
Die Magnetresonanz- / Kernspin-Tomographie (MRT)
Die Kernspintomographie hat sich in den letzten Jahren zu einem der
erfolgreichsten bildgebenden Verfahren für die medizinische Diagnostik
entwickelt, mit vielfältigen Einsatzfeldern. Sie liefert völlig ohne
Röntgenstrahlung dreidimensionale Bilder des menschlichen Körpers -
insbesondere auch des Weichgewebes - und ist in der Lage, neben
strukturellen Abbildungen auch Aussagen über Funktionsprozesse im
Körper zu treffen. Eine zentrale Komponente der MRT sind die
Hochfrequenzspulen, die die bildrelevanten Signale empfangen.
Neue Spulen, bessere MRT-Bilder
Der Weg zu besseren Bildern und zu neuen Applikationen der
Kernspintomographie führt über neue und für die jeweiligen
Einsatzfelder speziell ausgelegte Hochfrequenzspulen. Harald H. Quick
hat in seiner wissenschaftlichen Arbeit verschiedene dieser
Hochfrequenzspulen entworfen und sie in den klinischen Alltag für den
Einsatz am Patienten eingeführt. Im grundlagenwissenschaftlichen Teil
seiner Arbeit definierte er diagnostische und therapeutische
Anforderungen des jeweiligen Einsatzfeldes und analysierte sie
theoretisch und mit Computermodellen. Besondere Herausforderung:
Oftmals müssen gegensätzliche Anforderungen durch ein Spulendesign
erfüllt werden. Das resultierende Gesamtkonzept hat er dann in Phantom-
und Tierversuchen und in Studien an Probanden evaluiert. Harald H.
Quicks neu entwickelte Hochfrequenzspulen kommen bei sehr
unterschiedlichen medizinischen Fragestellungen zum Einsatz.
Neue Anwendungen: AngioSURF(TM)-System
Bei der großräumigen Suche nach Gefäßverengungen sind
Ganzkörperaufnahmen mit der MRT notwendig. Bisher konnte die MRT nur
einen begrenzten Bereich des menschlichen Körpers von typischerweise
einem halben Meter darstellen. Der Patient musste für
Ganzkörperaufnahmen mehrmals umpositioniert werden, eine Neueinstellung
des Tomographen wurde notwendig. Die gewonnenen Datensätze der
verschiedenen, nacheinander aufgenommenen Bereiche mussten nachträglich
zusammengefügt werden - eine zeitaufwändige und fehleranfällige
Prozedur. Der Preisträger hat in Zusammenarbeit mit weiteren
Ingenieuren und Radiologen des Instituts für Diagnostische und
Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Essen eine in den
Tomographen einsetzbare rollende Tischplattform entwickelt und mit
Oberflächenspulen kombiniert. So kann der Patient für die verschiedenen
Aufnahmen schnell durch den Tomographen geschoben werden, seine
Neuausrichtung wird vermieden. Das AngioSURF(TM)-System ermöglichte
damit erstmalig die schnelle Ganzkörperdarstellung innerhalb weniger
Minuten mit hoher Bildqualität. Um ihre Innovation zu vermarkten, haben
Harald H. Quick und seine Mitarbeiter die "MR-Innovation GmbH" in Essen
gegründet.
Endoluminale Hochfrequenzspulen
Besonderes Augenmerk legt Harald H. Quick in seiner Forschung auf so
genannte endoluminale Hochfrequenzspulen, die direkt in Körperöffnungen
eingeführt wer-den. Für die Diagnostik bei Inkontinenzleiden
(Blasenschwäche) hat er eine Spule entwickelt, die in den Harnleiter
eingeführt werden kann. So kann die muskuläre Wand des Harnleiters mit
der MRT detailliert und mit hoher Auflösung untersucht werden. Dieses
patentierte Konzept hat die endourethrale Bildgebung begründet. Das
Verfahren ist heute im klinischen Einsatz.
Zu den Anwendungen der endoluminalen Hochfrequenzspulen gehört auch die
interventionelle Gefäßdarstellung (Angiographie) mit aktiv
visualisierenden Instrumenten. Sie kann künftig die Diagnose wie auch
die Therapie von Gefäßerkrankungen verbessern. Herkömmlicherweise wird
für die Sichtung sowie die minimal-invasive Beseitigung von
Gefäßengstellen ein Ballonkatheter unter Röntgenkontrolle durch eine
Arterie bis an den Behandlungsort geschoben. Dies bedeutet eine hohe
Strahlenbelastung für den Patienten und den behandelnden Arzt. Um
alternativ auf die strahlungsfreie Bildgebung mit einem
Kernspin-Tomographen zurückgreifen zu können, hat Harald H. Quick
verschiedene Katheter und vaskuläre Instrumente mit darin integrierten
miniaturisierten Hochfrequenzspulen entworfen, die direkt im Körper das
verwertbare Bildsignal aufnehmen. So kann die Katheterspitze
visualisiert, genau lokalisiert und damit präzise geführt werden. Mit
diesen innovativen Spulen können selbst solche Gefäße mit hoher
Auflösung dargestellt werden, die sich tief im Inneren des Körpers
befinden. Die Funktionsfähigkeit dieser Methode wird zurzeit im
Tierversuch getestet.
Wissenschaftspreis 2006: Optische Technologien
Mit dem Wissenschaftspreis werden jährlich wissenschaftliche
Forschungsarbeiten in wechselnden Disziplinen ausgezeichnet, die dazu
beitragen, die Lücke zwischen Grundlagenforschung und Innovation in der
Anwendung zu schließen. Ab Juni dieses Jahres läuft die Ausschreibung
des Wissenschaftspreises 2006 im Themenfeld "Optische Technologien".
Weitere Informationen:
http://www.wz.nrw.de/wz/veran/wispreis/wp2005.htm
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