Freitag, 21. November 2008
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Medizintechnik-Studie, Deutschland im internationalen Vergleich

23.06.2005 Quelle: BMBF   

Foto: aboutpixel.deDie "Studie zur Situation der Medizintechnik in Deutschland im internationalen Vergleich" hat ein Konsortium unter Federführung des Aachener Kompetenzzentrums Medizintechnik (AKM) und der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (DGBMT) im Auftrag des BMBF erstellt.

Mit der Studie wird die Situation der Medizintechnik in Deutschland im Vergleich zu wichtigen Mitbewerberländern auf dem Weltmarkt erstmals umfassend analysiert. Die Ergebnisse der Medizintechnik-Studie bilden eine Grundlage für die weitere Entwicklung der BMBF-Förderstrategie und für verbesserte Rahmenbedingungen der Forschung.

Kernaussagen

Angesichts der demographischen Entwicklung der Bevölkerung und der Verschiebung des Morbiditätssspektrums hin zu chronischen Erkrankungen werden ein wachsender Gesundheitsmarkt und ein weiterhin steigender Anteil der Medizintechnik innerhalb des Gesundheitsmarktes prognostiziert. In den einzelnen Segmenten des Gesundheitswesens wird sich die Nachfrage nach Medizintechnik unterschiedlich ausweiten. Erwartet wird, dass die diagnostischen Leistungen und der ambulante chirurgische Bereich stärker als die durchschnittlichen Gesundheitsausgaben wachsen, der stationäre Bereich aber geringer wächst.

Deutschland rangiert auf dem Weltmarkt der Medizintechnik auf Platz 3 hinter den USA und Japan. Dabei stellen sich die USA und Deutschland (per saldo) als Nettoexporteure dar, während Japan Nettoimporteur medizintechnischer Waren ist.

Im Jahr 2002 waren in Deutschland rund 108.000 Personen in der Medizintechnik-Industrie tätig, das sind knapp 2% der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe.

Die Zulassungssysteme für Medizinprodukte der untersuchten Länder – EU, USA und Japan – weisen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede auf. Für die europäische Zulassung muss vorrangig die Sicherheit und technische Leistungsfähigkeit eines Medizinproduktes nachgewiesen werden.

Die Einführung neuer Medizinprodukte hängt neben der Höhe der Kosten für Forschung und Entwicklung (FuE) und den Kosten für die Zulassung entscheidend von der Erstattungsfähigkeit durch die Kassen ab. Produkte, die nicht durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erstattet werden, sind auf dem deutschen Markt kaum überlebensfähig.

Als relevante Schlüsseltechnologien für die Medizintechnik wurden identifiziert: Informations- und Kommunikationstechnik, Mikrosystemtechnik und Mikroelektronik, Laser und Optik, Nanotechnologie, Neue Werkstoffe und Biomaterialien, Zell- und Biotechnologie. Die Weiterentwicklung dieser Themen im Sinne einer allgemeinen Technologieförderung ist für die Medizintechnik sehr wichtig. Die Schlüsseltechnologien sind für die drei Hauptrichtungen zukünftiger Medizintechnik-Entwicklungen – nämlich Computerisierung, Miniaturisierung und Molekularisierung – entscheidend.
 

Weitere Informationen und die Zusammenfassung der Studie finden Sie unter:
http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/919.php 

Bundesministeriums für Bildung und Forschung

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