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Der Marketinggedanke ist in deutschen Krankenhäusern noch recht jung. Anders als in der Produkt- und Dienstleistungswelt steckt der Aufbau von Bekanntheit, positivem Image und Marke für die Zielgruppe Patient in den Kinderschuhen. Dabei steht und fällt die Auslastung einer Klinik mit [...]
[...] dem
Ruf, der einer Klinik vorauseilt. In Zeiten knapper Budgets und
kürzerer Liegezeiten machen sich Schwächen stärker bemerkbar und können
immer weniger kompensiert werden. Zum Ruf einer Klinik tragen
das gesamte Unternehmen, aber auch die Reputation einzelner Ärzte bei.
Beides spricht sich im Patientenkreis herum. Meist unkontrolliert,
zufällig und ziellos. So lassen Kliniken einen wertvollen Schatz
verpuffen, anstatt mit professioneller Imagebildung und Kommunikation
positive Effekte zu multiplizieren. Schneller noch als gute
Nachrichten werden schlechte Botschaften herumgetragen. Bad news are
good news – die Medien verstärken kritische Tendenzen. Katastrophal,
wenn z.B. in Ballungsgebieten mehrere Kliniken miteinander
konkurrieren. Zwar haben private Klinikkonzerne wie Rhön und Sana viel
für Ihre Bekanntheit getan. Ob Patienten und einweisende Ärzte ein
unverwechselbares Bild verinnerlicht haben, bleibt unklar. Um
sich im zunehmenden Wettbewerb auf dem deutschen Klinikmarkt
durchzusetzen, braucht es eine merkfähige Botschaft. Austauschbarkeit
und verwässerte Aussagen bleiben nicht haften. Wir leben in einer Welt
der Informationsüberlastung und hier setzt sich durch, wer einzigartig,
merkbar und überzeugend kommuniziert.
Vor allem das Wissen um Kernkompetenzen, Vorteile und Spezialitäten einer Klinik muss dauerhaft verankert werden.
Mangelhafte Öffentlichkeitsarbeit schlägt vor allem im Krisenfall
durch. Hier muss schnell, präzise und im Sinne der Markenkompetenz
agiert werden. Wer nicht exzellent vorbereitet ist, verspielt schnell
seinen Ruf oder lädiert sein Ansehen durch mangelhaftes
Krisenmanagement. Eine professionelle Kommunikation gerade mit der
Presse tut Not. Dazu gehört der ständige Kontakt mit der Presse im
Einzugsgebiet der Klinik sowie allen möglichen Medien, die von
Patienten und überweisenden Medizinern Beachtung finden. Die
Multiplikation von Informationen durch das Internet ist ein weiterer
unterschätzter Faktor. Mund-zu-Mund-Propaganda erfolgt heute virtuell
in Newsgroups sowie Weblogs und vervielfacht sich mit jedem aktivierten
E-Mail-Verteiler. Dem Empfehlungsmarketing im Internet oder der Macht
von E-Mail und Newsletter wird leider kaum Beachtung geschenkt.
Gerade Krankenhäuser können viel von den Erkenntnissen aus dem
Dienstleistungsmarketing lernen. Die Parallelen liegen auf der Hand. In
beiden Fällen fehlt ein greifbares Produkt. Angebot und Nutzen sind so
komplex wie erklärungsbedürftig und können vom Kunden meist nur
ungefähr wiedergegeben werden. Ferner gilt es, die Zielgruppen exakt zu
erfassen und die aktuellen Erkenntnisse aus der Zielgruppenforschung
zum Thema Frauen sowie 50plus umzusetzen. Dipl.-Wirt.Ing. (FH) Susanne Fahlbusch, München
s.fahlbusch@gesundheitswirtschaft.info
Weitere Informationen finden Sie hier in unserem Brachenbuch "Wer-Weiss-Was".
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