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Peter Breuer arbeitet sich zur Halsschlagader seines Patienten vor. Der Gefäßchirurg hat die Haut auf der linken Halsseite aufgeschnitten und bahnt sich nun den Weg durch das darunter liegende Gewebe. [...]
[...] In der Schlagader haben sich Cholesterinkristalle und Kalk
abgelagert. Wenn sie sich lösen und vom Blut ins Hirn gespült werden,
verursachen sie einen Schlaganfall. Deshalb trennt der Arzt im
Allgemeinen Krankenhaus Hamburg-Wandsbek die fingerdicke Ader auf und
entfernt die Ablagerungen. Jetzt wieder zunähen. Damit die
Halsschlagader nicht enger wird, appliziert Breuer einen Flicken, Patch
genannt, auf das Gefäß. »6-0 Faden«, ordert der Chirurg. Das Fädchen, das ihm die OP-Schwester
reicht, ist kaum einen zehntel Millimeter dick. Zu sehen ist es nur,
wenn es das grelle Licht der OP-Lampe reflektiert. Breuer trägt deshalb
eine Brille mit eingebauter Lupe. »Wir sind sehr vorsichtig mit dem
Nahtmaterial, damit es nicht beschädigt wird«, betont er und weist auf
die gepolsterten Klemmen, mit denen das Garn gehalten wird: »Reißt der
Faden, löst sich das Patch, und der Patient verblutet innerlich. Sein
Leben hängt also sprichwörtlich daran.«
Neben allem High-Tech-Gerät sind Nadel und Faden das alltägliche
Handwerkszeug jedes Chirurgen. »Man muss sich wirklich darauf verlassen
können. Das ist für uns wie das Seil für den Bergsteiger«, sagt Jochen
Kußmann, Breuers Chef und leitender Arzt der Chirurgie am Wandsbeker
Krankenhaus.
Ein Großteil des Nahtmaterials in den OP-Schränken der Hamburger Klinik
hat einen sehr kurzen Weg hinter sich: Keine 20 Kilometer entfernt
wurde es hergestellt, beim Medizintechnik-Unternehmen Ethicon in
Norderstedt.
Lesen Sie den vollständigen Artikel von Stefanie Schramm in der Zeit.
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