Bestand 2004 nach Gesetzeserlass noch weitgehender Prüfbedarf, so ist in den letzten 12 Monaten von einer regelrechten MVZ-Gründungswelle zu sprechen. Über 350 solcher Einrichtungen sind inzwischen überall in Deutschland entstanden (Bayern, Niedersachsen und Berlin liegen vorne).

Pflegedienste und auch Altenpflegeeinrichtungen wurden dabei systematisch nicht berücksichtigt, obwohl dies der gesetzliche Auftrag -- einer integrierenden Zusammenarbeit -- durchaus erkennbar macht. Keine Stadt, keine Klinik in der Republik, in der die Gründungsmöglichkeit aktuell nicht geprüft würden. Die zuständige Ministerin Ulla Schmidt geht von 500 solcher Lösungen aus. Nach Berechungen -- die sich an der Anzahl der Städte und dem Sicherstellungsauftrag auch in der Fläche orientiert -- sind über 2000 Lösungen in den nächsten 5 Jahren realistisch. Insbesondere dann, wenn man die Analyse um die gesicherte Prognose erweitert, dass allein aufgrund der demographischen Entwicklung ein sicherer Wachstumsmarkt besteht.

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Dieser Wachstumsschub wird nicht allein durch die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden, sondern in überproportional wachsenden Anteil durch die Nutzer selber. Sehr viele MVZ werden also nicht nur ärztliche Leistungen anbieten, sondern den gesamten Mix gesundheitsbezogener Dienstleistungen. Sie werden als regionale Gesundheitszentren -- durchaus mit unterschiedlicher Akzentuierungen -- in der Fläche immer mit Grundversorgungsanspruch, als sogenannte 360 Grad Anbieter auftreten. So kann es auch nicht überraschen, dass sich die bereits zugelassenen MVZ´s zusehend mehr um integrierte Versorgungsverträge nach § 140 SGB V bemühen. Der Versorgung älterer Menschen -- mit ganz unterschiedlichen Beeinträchtigungen -- wird hierbei eine besondere Akzentuierung -- ganz sicher auch in Form von Versorgungsverträgen finanziert -- zukommen.

Sowohl ambulante Pflegedienste, Heimleistungsanbieter als auch alle anderen Pflegedienstleistungsanbieter sind gut beraten, die bestehende Möglichkeit dahingehend zu prüfen ob es wirtschaftlich und strategisch lohnend ist, sich in einem bereits gegründeten MVZ einzubinden bzw. als Gründer der 1. Stunde mit aufzutreten, ja sogar eine MVZ-Gründung mit zu initiieren. Auch wenn der Weg dorthin nicht einfach erscheint, so ist dieses Ziel nicht nur rechtlich möglicht, sondern wird zweifelsohne von den erfolgreichen Pflegeleistungsanbietern erreicht werden. Insbesondere diejenigen, die bisher schon wirtschaftlich erfolgreich mit anderen Leistungsanbietern kooperiert und sich durch unternehmerische Weitsicht ausgewiesen haben.

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