Auch andere chronische Leiden wie etwa Asthma, Diabetes, chronische Schmerzerkrankungen, Osteoporose oder Schilddrüsenerkrankungen sind mitunter Folge eines Traumas, beziehungsweise einer PTBS. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler am Universitätsklinikum Leipzig in einer großen epidemiologischen Untersuchung der älteren deutschen Bevölkerung. Wie die Forscher im Fachblatt „Psychosomatic Medicine“ berichten, sind Menschen mit PTBS durchschnittlich fast drei Mal so häufig von chronischen Krankheiten betroffen wie Menschen ohne Traumatisierung. ,
Experten vermuten, dass zum einen der risikoreiche Lebensstil von PTBS-Erkrankten, wie ein erhöhter Zigarettenkonsum, zur Entstehung chronischer Krankheiten beiträgt. Darüberhinaus sind die Erkrankungen wahrscheinlich auch direkte Folge des Traumas: Patienten mit PTBS reagieren auf Belastung mit intensiveren und länger anhaltenden Ausschüttungen von Stresshormonen, ihre Blutwerte zeigen zudem häufig Zeichen einer chronischen Entzündung. „Stresshormone und Entzündungsbotenstoffe sind Risikofaktoren für Typ 2-Diabetes und koronare Herzerkrankungen“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) Johannes Kruse.
Patienten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) werden ungewollt – etwa in Albträumen – immer wieder mit einem traumatischen Erlebnis konfrontiert. Sie versuchen, Gedanken, Orte und Aktivitäten zu vermeiden, die mit dem Trauma zusammenhängen. Symptome wie Depressionen, Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und sozialer Rückzug können Folgen eines Traumas sein.
