Sechs große Ärzteverbände, darunter auch MEDI Deutschland, haben sich am Wochenende in Berlin zu der bundesweiten „Allianz Deutscher Ärzteverbände“ zusammengeschlossen. Die Arbeitsgruppe möchte künftig Einfluss auf gesundheitspolitische Entscheidungen und die bevorstehende Gesundheitsreform nehmen.

Der NAV-Vorsitzende Dr. Maximilian Zollner übernimmt für das erste halbe Jahr das Amt des Sprechers der neuen Allianz. Er wird von Dr. Klaus Bittmann von Bundesverband der Ärztegenossenschaften und von Dr. Kuno Winn vom Hartmannbund unterstützt.

„Unsere Allianz ist ein Novum“, erklärte Zollner bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin. „Wir halten zusammen, wir möchten von den politisch Verantwortlichen wahrgenommen werden und bei den entsprechenden Entscheidungen mitbestimmen“, fasste er die zentralen Forderungen zusammen.

Außer MEDI Deutschland gehören der NAV-Virchowbund, der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI), der Hartmannbund, der Bundesverband der Ärztegenossenschaften (BVÄG) und die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB)zu der neuen Allianz. Die KBV, die Bundesärztekammer und der Marburger Bund gehörten als kooptierte Mitglieder dazu und haben eine beratende Funktion. Die Freie Ärzteschaft und der Deutsche Ärztinnenbund möchten der Allianz in Kürze ebenfalls beitreten. Der Hausärzteverband konnte sich zum Zeitpunkt der Gründung noch nicht zu einem Beitritt entschließen, einzelne Landesverbände hätten aber Interesse, hieß es in Berlin.

Der MEDI Vorsitzende Dr. Werner Baumgärtner verweist auf die Berlin-Essener Resolution und auf das gemeinsame Eckpunktepapier von MEDI Deutschland und dem BVÄG. „Daraus werden dann die Kernforderungen für die neue Allianz formuliert“, so der MEDI Chef. Für ihn ist die Arbeitsgruppe eine logische Konsequenz aus dem Miteinander der Verbände bei den Protestmaßnahmen: „Unsere Mitglieder, die in den letzten Monaten wiederholt auf die Straße gegangen sind, erwarten von uns, dass unsere Organisationen sich jetzt zusammenschließen.“ Die Körperschaften würden von der EU, den Ärzten und einem Teil der Ärzteverbände in Frage gestellt, „deshalb haben wir alle die Aufgabe, neue Wege zu gehen“, erklärt Baumgärtner.

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