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"Dieses Risiko besteht nicht, wenn die Transplantate vom Körper des Patienten selbst entnommen werden. Vor allem im Halsbereich und an den Händen hat sich der freie mikrochirurgische Lappentransfer bewährt", führt Professor Dr. med. Milomir Ninkovic, Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive, Hand- und Verbrennungschirurgie am Klinikum Bogenhausen in München aus. Hier kann es infolge einer Kontraktur, also von Narben, die sich später zusammenziehen, dazu kommen, dass die Patienten den Kopf nicht mehr heben können. Dann entfernen die Plastischen Chirurgen von Oberarm, Leiste oder Oberschenkel ein Transplantat, bestehend aus Haut-, Fett- und Blutgefäßen. Diesen ‚Lappen' schließen sie an Halsgefäße an. Das Transplantat lässt sich so modellieren, dass der Hals, der vorher von Narbengewebe befreit wurde, wieder frei beweglich wird. Diese Methode ist darüber hinaus auch im Bereich der Ohren erfolgreich. Auch hier ist es im Interesse des Patienten wichtig, nicht nur die Funktionen wiederherzustellen, sondern auch ein für ihn ‚schönes' Ergebnis zu erzielen, so die Experten im Vorfeld des Kongresses.
An der Hand sind oft mehrere Operationen notwendig, um die Beweglichkeit wiederherzustellen. Nach Beseitigung der Narben und einer Lappenplastik führen die Chirurgen Sehnen- und Nerventransplantationen durch. Verloren gegangene Finger können unter Umständen durch Zehen ersetzt werden. "Insgesamt lassen sich exzellente Ergebnisse erzielen: So kann nicht nur die Greiffunktion, sondern auch die Berührungsempfindlichkeit wiederhergestellt werden", sagt Ninkovic im Vorfeld des IPRAS-Kongress.
